Das war der vierte Brachflächen Gipfel

Am 27. Jänner 2026 lud das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) zum vierten Brachflächen-Gipfel ein.

Der Brachflächen-Gipfel 2026 hat einmal mehr gezeigt, dass Brachflächen mehr sind als ungenutzter Raum: Sie sind Orte voller Möglichkeiten. Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Studierende diskutierten beim Gipfel in der Brotfabrik in Wien, wie ungenutzte Flächen nachhaltig aktiviert, Gebäude sinnvoll umgenutzt und Projekte zukunftsfähig entwickelt werden können. 

Christian Holzer, Sektionschef im BMLUK, eröffnete den Gipfel und betonte die zentrale Rolle von Kreislaufwirtschaft, Altlastensanierung und Flächenrecycling. Im Rückblick auf die vergangenen Jahre präsentierte das Team des Brachflächen-Dialogs eine Fülle von Aktivitäten. Von Förderprojekten zu Bund-Länder-Vernetzungstreffen über Webinare und Exkursionen bis hin zur Zusammenarbeit mit Studierenden, die die nächsten Generationen der Raum- und Stadtplanung einzubeziehen. Mithilfe eines KI-Modells wurden erstmals eine österreichweite Potenzialflächenkarte erstellt, die auf der Website des Brachflächen-Dialgos verfügbar ist. 

Links: Team des Brachflächen-Dialogs, Mitte: Gerald Votava, Rechts: Christian Holzer

Inspirierende Impulse lieferte Monika Hohenecker (Raum.Impuls) in ihrer Keynote "Brachflächen-Recycling über die Grundstücksgrenze hinaus betrachtet". Sie machte deutlich, wie vernetzte Ansätze auf Quartierts- und Gemeindeebene Mehrwert für Städte, Gemeinden und Nutzer:innen schaffen. 

Links: Team des Brachflächen-Dialogs, Mitte: Monika Hohenecker, Rechts: Team des Brachflächen-Dialogs

Im Anschluss wurden Praxisbeispiele aus Österreich und Deutschland vorgestellt, die eindrucksvoll die Vielfalt der Nachnutzungsmöglichkeiten aufzeigen: 

  • Der Wirtschaftspark IZ NÖ-Süd zeigte, wie ein ehemaliges Flugmotorenwerk in einen Wirtschaftsstandort für zahlreiche Betriebe verwandelt werden konnte. 
  • Die Transformation des ehemaligen Kohlekraftwerks Frimmersdorf unter dem Motto "from coal to cloud" machte sichtbar, wie industrielle Geschichte erhalten und gleichzeitig modernste digitale Nutzungen etabliert werden können. 
  • Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft demonstrierte, dass verdichteter, sozialer Wohnbau auch auf Gewerbe- und Industriebrachen realisierbar ist. 
Links: Peter Wondra, Mitte: Valerie Milicevic, Rechts: Alfred Kollar

Ein weiteres Schwerpunktthema war die Umbauordnung: Expert:innen aus Architektur, Gemeindeplanung und Raumplanung diskutierten, wie rechtliche Rahmenbedingungen optimiert werden können, um Umbauten und Umnutzungen zu erleichtern und die Bauwende voranzutreiben. 

Links: Robert Marlow, Mitte und Rechts: Fachgespräch

Ergänzt wurde das Programm durch die Beiträge der Young Scientists von der Universität Wien und der FH Salzburg, die aktuelle Forschungsarbeiten zur Nutzung und Nachnutzung von Bestandsflächen präsentierten. Mit der interaktiven Publikumsaktion wurden alle Teilnehmer:innen aktiv in den Dialog einbezogen und konnten ihre Perspektiven einbringen.

Vorträge der Studierenden

Im Anschluss an den Brachflächen-Gipfel fand die ERDREICH-Preisverleihung statt. In fünf Kategorien verlieh Bundesminister Norbert Totschnit Preise für Projekte, die zeigen, wie ein nachhaltiger Umgang mit Boden in der Praxis gelingt. 

Der Gipfel macht deutlich: Mit Kooperation, Kreativität und Praxisbezug können Brachflächen Orte für nachhaltige Entwicklung, Innovation und soziale Integration werden.