Brachflächen-Exkursion (g)runderneuert durch das obere Mostviertel
Die dritte Brachflächen-Exkursion mit dem Titel (g)runderneuert führte am 8. Mai 2026 durch das Mostviertel. Kuratiert wurde sie vom Architekturnetzwerk ORTE und unterstützt vom Brachflächen-Dialog und der eco-plus Betriebsansiedlungsgesellschaft.

Hinter allen Standorten stecken Kümmerer, die mit viel Energie und Geduld an einer Wiedernutzung der Standorte arbeiten. Ihnen allen gilt unser besonderer Dank für ihre Pionierarbeit.
Per Tourenbus (voll ausgebucht) nahmen 50 Personen an einer ganztägigen Exkursion teil. Diese führte zu vier Arealen mit unterschiedlicher Transformationsgeschichte.
1. Glanzstoffareal St. Pölten. Auf einem Areal von über 20 Hektar wurde von 1906 bis 2008 Viskosefasern hergestellt. Von den historischen Industriegebäuden sind nur noch wenige vorhanden, einige wurden bereits transformiert. Aus der einstigen Fabriklandschaft soll in Etappen ein neuer Stadtteil unter dem Titel „Glanzstadt“ entwickelt werden. Ziel ist es, die historische Bausubstanz als Identitätsträger zu erhalten und gleichzeitig Raum für Wohnen, Arbeiten und Freizeit zu schaffen.
Aktuelle Nutzungen der historischen Bausubstanz sind beispielsweise ein Veranstaltungszentrum und eine Boulderhalle in den ehemaligen Produktionshallen.
Kümmerin: Marion Praskac (Glanzstoff-Events).
2. VOITH Areal St. Pölten. Auf diesem Areal, mit einer Fläche von rund 15 Hektar, werden seit 1904, Turbinen für Wasserkraftwerke hergestellt. Die Produktionsfläche hat sich im Laufe der Zeit verkleinert und Teile des Areals wurde an die Vorarlberger Firma Blum abgetreten, die Möbelbeschläge herstellt.
Es führte durch das Areal: Martin Rohrer, Geschäftsführer von VOITH-Hydro Österreich
Beide Unternehmen verzichten auf neue Flächenversiegelung und konzentrieren sich stattdessen auf die Umnutzung bereits bebauter Flächen. Voith legt dabei besonderen Wert auf die Sanierung bestehender Gebäude und deren Weiterverwendung mit modernen bautechnischen Möglichkeiten: ein Beispiel für die Transformation klassischer Industriearchitektur in eine nachhaltige, zukunftsorientierte Wirtschaftslandschaft.
3. Tischlerei Fürst in Melk. Die ehemalige Großtischlerei ist vor einigen Jahren zu einem größeren Standort nach Golling an der Erlauf abgewandert. Der Standort befindet sich zwischen dem Stift und dem Melker Bahnhof und wird aktuell mit zahlreichen Aktivitäten zwischengenutzt, dazu zählen ein Co-Working-Space, eine Kleinkunstbühne mit 250 Sitzplätzen, ein Hostel und ein Makerspace für Kinder und Jugendliche. Gebäude-Fassaden erhielten durch Murals von bekannten Künstler:innen eine neue Identität. Die zukünftige Entwicklung des Areals war Gegenstand eines Architektur-Wettbewerbes und soll in Etappen verwirklicht werden. Dabei werden die aktuellen Nutzungen erhalten und mit Überbauungen für Wohnnutzung ergänzt.
Kümmerer: Lukas Fürst, Geschäftsführer von Fürst Möbel
4. Ehemalige Molkerei in Mank
Das Gelände der ehemaligen Molkerei in Mank steht seit rund 25 Jahren leer. 2017 erwarb die Gemeinde das Areal und kümmert sich seitdem um die Entwicklung. Ziel ist es das Areal in ein Wohnquartier mit rund 180 Wohneinheiten zu transformieren. Dies soll in Etappen geschehen. Auf einem Teil des Areals wurde ein Park mit Spielplatz und Waldbühne realisiert. Im Rahmen der Exkursion konnten die Überreste der ehemaligen Molkerei besichtigt werden – diese werden im Rahmen der bevorstehenden Entwicklung abgerissen und entfernt werden.
Kümmerer: Bürgermeister von Mank, Martin Leonhardsberger






